Ein Smarthome ist ein dynamisches System und wächst mit den eigenen Ansprüchen und der technologischen Entwicklung im Laufe der Jahre. Ist die Auswahl des Basissystems auf eines gefallen, welches von vielen verschiedenen Herstellern unterstützt wird, dann ist die Chance groß, dass Modernisierungen und Erweiterungen durch neue Komponenten relativ einfach möglich sind. Ein Beispiel ist KNX welches seit ca. 30 Jahren am Markt ist und Komponenten von damals auch heute noch in einem KNX-System funktionieren bzw. um neue Komponenten erweitert werden kann. Durch eine große Anzahl unterschiedlicher Hersteller ist die Chance groß, dass neue Technologien schnell integriert werden.
Bei der Anschaffung eines neuen Geräts kommt in einem Smarthome ein neuer Aspekt für die Auswahl hinzu: Ist das Produkt mit der Haussteuerung kompatibel? Je nach Gerät ist die Unterstützung verschiedener Technologien unterschiedlich ausgeprägt, häufig besteht diese bei der Markteinführung nur darin, dass die Integration in die unterschiedlichen Sprachsteuerungssysteme vorgesehen ist. Bei der Integration in die Logiken eines Smarthomes ist es komplizierter, da dieser in der Regel von externen Entwicklern realisiert wird.
Die Chance einer späteren Integration steigt, wenn mindestens eine der folgende zwei Bedingungen zutrifft:
- Wird bereits ein Vorgängermodell unterstützt? Hierbei ist wichtig, dass dies nicht durch das Ausnutzen von Sicherheitslücken erfolgte, diese sind bei den Nachfolgeprodukten häufig bereits geschlossen.
- Bietet der Hersteller für das Produkt eine dokumentierte API (Application Programming Interface) an, über die das Gerät gesteuert werden kann? Wenn dies der Fall ist, steigt auch die Chance, dass sich später ein Entwickler findet um das Produkt zu integrieren.
Neben der Integration in das Smarthome kann auch der Aspekt der langfristigen Nutzung ein Entscheidungskriterium für die Auswahl sein. Nutzt der Hersteller z. B. eine Cloud-Lösung für alle oder nur zentrale Funktionen, dann besteht die Gefahr, dass nach einigen Jahren die Produktlinie eingestellt wird, kurze Zeit später der zugehörige Cloud-Dienst und damit wesentliche oder alle Funktionen verloren gehen.
Sind die Planungsentscheidungen getroffen, beginnt die Beschaffung und Installation der Hardware. Parallel erfolgen erste Gedanken über die Logik der zukünftigen Haussteuerung. Ein weiterer Aspekt über den sich im weiteren Verlauf Gedanken gemacht werden kann, ist die Visualisierung und zentrale Steuerung des Smarthomes.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um das Smarthome zu steuern und Zustände anzuzeigen. Im einfachsten Fall geschieht dies für einzelne Funktionen über die Apps der Geräte-Hersteller. Für den ambitionierten Häuslebauer oder Smarthome-Integrator wird es interessant, wenn die Komponenten der verschiedenen Hersteller gewerkübergreifend unter einer einheitlichen Oberfläche (Visualisierung) zusammengefasst werden. Wobei auch hier gilt, nicht alles was möglich ist, muss sofort umgesetzt werden. Eine Visualisierung wächst mit den steigenden Ansprüchen der Hausbewohner und wird sukzessive erweitert und angepasst. Eine Visualisierung ist für die Basisfunktionalitäten verhältnismäßig schnell realisiert und reicht für ca. 80% aller Anwendungen aus. Wesentlich zeitaufwändiger ist die Realisierung eines erweiterten Funktionsumfangs. Falls dies überhaupt möglich ist, erfordert es je nach Technik ein tieferes technisches Wissen z. B. über Webtechiken wie HTML, CSS und Javascript.