Zum Inhalt springen

Multiroom: Duschen

    Duschen ist etwas, was die meisten von uns mehrmals pro Woche tun. Wohlverdient nach getaner Arbeit, morgens zum wach werden oder einfach zur Entspannung.

    Wäre es nicht gut, wenn das Smarthome hierbei unterstützt? Wie vieles in einem Smarthome ist dies zwar auch etwas für die Kategorie „Braucht man nicht“, aber Spaß macht es schon.

    Was wäre denkbar? Zum einen könnte beim Duschen das Licht eingeschaltet werden, weil es in der Dusche häufig dunkler ist als im übrigen Bad oder die Musik wird automatisch etwas lauter wenn geduscht wird.
    Der Titel verrät es schon, um letzteres soll es hier gehen.

    Vorweg muss die Frage geklärt werden, wie erfährt die Haussteuerung ob jemand duscht?
    Mehrere Möglichkeiten bieten sich an:

    • Der zuverlässigste Weg ist die Nutzung eines Durchflussschalters. Diese werden häufig verwendet um einen Durchlauferhitzer einzuschalten, wenn der Wasserhahn geöffnet wird. In einem Smarthome dient dieser Sensor in Verbindung mit einem Binäreingang zur Erkennung des Duschens.
    • Ein weitere Variante wäre die Verwendung eines Temperaturssensors an der (warm-)Wasserleitung. Solche Rohranlegefühler gibt es für wenig Geld für verschiedene Bussysteme. Weit verbreitet sind solche für den 1-Wire-Bus, einem 1-Draht-System von Dallas Semiconductor. Ausgewertet wird ein Temperaturanstieg innerhalb kurzer Zeit. Gegenüber einem Durchflussschalter reagiert der Temperaturssensor aber langsamer, es dauert ca. 1 Minute bis das Duschen erkannt wird.
    • Eine dritte Möglichkeit ist die Nutzung eines Akkustikschalters, was aber für diesen Zweck weniger geeignet ist.
    • Und als letztes wäre die Auswertung der Luftfeuchtigkeit denkbar. Aber je nach Position des Sensors reagiert der Sensor noch träger als die Verwendung des Temperaturfühlers und ist daher auch nur bedingt geeignet ist.

    Eine weitere Bedingung die erfüllt sein muss, ist natürlich ein Multiroomsystem, welches über euer Smnarthome-System gesteuert werden kann.

    Sind die Voraussetzungen erfüllt, ist die Logik relativ einfach wie die Abbildung zeigt. Der Trigger ist der Beginn vom duschen. Falls die Musik im Bad immer mit einer definierten Lautstärke beginnt, ist es eventuell sinnvoll, diese Standard-Lautstärke als Bedingung hinzuzufügen (wie gezeigt), dann berücksichtigt die Logik eine vorher veränderte Lautstärke. Aber auf jeden Fall sollte dann die Bedingung „Lautstärker < 40“ (bei einer Ziellautstärke von 40) enthalten sein, um die Lautstärke nicht zu verringern.

    Kombiniert oder ersetzt werden kann die abgebildete Logik auch um relative Lautstärkeerhöhung. Dies meint, die Lautstärke vor dem Duschen wird um einen festen Wert erhöht. Hat eine Person schon vorher die Lautstärke geändert, dann wird diese beim Erkennen des Duschens noch etwas lauter. Dies funktioniert ähnlich der automatischen Lautstärkeanhebung im Auto bei höherer Geschwindigkeit.

    Ist das Duschen beendet, wird die Lautstärke wieder auf die Standardlautstärke zurückgesetzt.

    Ob oder was von diesen Logiken sinnvoll ist, sollte wieder jeder selbst Testen. Bei uns hat sich die automatische Anhebung bewährt. Durch einen zweiten Präsenzmelder, der nicht die Dusche erfasst, wird bei Betreten des Bades von einer weiteren Person, die Lautstärke wieder automatisch reduziert.

    In diesem Beispiel geht es zwar nur um das Duschen, aber auch das Baden in der Wanne kann ein Trigger sein, um z. B. eine angenehme Beleuchtungsstimmung zu erzeugen.
    Die Erkennung ob jemand badet kann wieder über das fließende Wasser mit einer entsprechenden Ausschaltverzögerung erfolgen.
    Etwas zuverlässiger ist die Methode über einen Temperatursensor der direkt an der Unterseite der Badewanne befestigt ist. Eine Temperaturdifferenz zur Raumluft kennzeichnet dann das Baden.