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Einführung

    Grafisch oder Textuell?

    Sollte eine Logik besser mit einem visuellen oder textuellen Code-Editor erstellt werden? Darauf gibt es keine eindeutige Antwort, denn beide haben ihre Berechtigung. Mit einer grafisch dargestellten Logik lassen sich sehr gut einfache Logiken realisieren und Fehler werden schnell gefunden. Auch ohne technische Vorkenntnisse ist in kurzer Zeit die Entwicklung einer erste funktionsfähige Logik möglich. Mit zunehmender Komplexität in einem Logikablauf leidet die anfängliche Übersichtlichkeit und durch viele Querverbindungen zwischen den Logikblöcken wird auch die Fehlersuche zunehmend schwieriger.

    Die textuelle Programmierung bedeutet für den Anfänger eine höhere Einstiegsschwelle, da erst die Syntax der jeweils verwendeten Sprache erlernt werden muss. Zum Glück sind die meisten Logiken relativ einfach aufgebaut, so dass die Einstiegshürde meistens nicht sehr hoch ist. Ein weitere Nachteil ist die schwierigere Fehlersuche, da nicht sofort ersichtlich ist, wo im Logik-Programm der Fehler zu finden ist.

    Ich persönlich bevorzuge eine Mischung aus grafischer und textueller Logikerstellung. Komplexere Logiken werden hierbei in einzelne neue Logikbausteine überführt, die dann textuell erstellt werden. Dadurch lassen sich Probleme in der grundsätzlichen Logik schnell erkennen und nur bei tiefer gehenden Problemen ist eine Fehlersuche im Quelltext des Logikbausteins erforderlich.

    Bevor es an die Erarbeitung der Logikabläufe geht, noch ein paar Tipps zum Start:

    • Es ist besser eine große umfangreiche Eierlegende Wollmilchsau-Logik in mehrere kleinere Abläufe zu unterteilen. Zum Beispiel kann beim Verlassen des Hauses der Staubsaugerroboter mit der Arbeit beginnen, eine eventuell nicht abgeschlossene Nebeneingangstür verschlossen und dem Bewohner eine Warnung mitgegeben werden, dass die Terrassentür noch offen ist. Dies kann alles in einer Logik umgesetzt werden, aber bessere und vor allem übersichtlicher ist es, für jede der drei Aktionen einen eigenen Logikablauf zu erstellen. Dies vereinfacht auch spätere Anpassungen, wenn einem die Logik nicht mehr so vertraut ist, wie zu dem Zeitpunkt des Erstellens.
    • Insbesondere der letzte Aspekt ist nicht zu unterschätzen, es ist erstaunlich wie fremd einem nach wenigen Jahren die eigene Logik wird, wenn diese später geändert werden muss. Die Lösung ist einfach aber erfordert Disziplin es auch umzusetzen: Dokumentieren und Kommentieren.
      Bei sehr einfachen Logiken genügt es kurz die Funktion des Ablauf zu nennen ggf. ergänzt um Besonderheiten. Bei komplexeren Abläufen insbesondere auch in der textuellen Logik-Programmierung sollten auch die Funktion einzelner Abschnitte oder komplexe Programmzeilen kommentiert werden.
    • Es sollte auf die Trennung zwischen Logiken die Zustände definieren und Ereignislogiken geachtet werden. Um bei dem Beispiel zu bleiben, kann die Logik für den Staubsauger so erweitert werden, dass dieser nur startet wenn die Wohnung heute noch nicht gereinigt wurde. Eine Realisierung kann direkt in der Ereignislogik „Staubsaugen beim Haus verlassen“ erfolgen oder besser die Ereignislogik greift auf den Zustand „Haus gereinigt“ zu.
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